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Freitag, 05. Februar 2016

Fracking gilt in Deutschland nach wie vor als höchst umstrittene Methode zur Gewinnung von Energiereserven. Es unterscheidet sich von anderen Bohrverfahren dadurch, dass die tief im Gestein sitzende Lagerstätte erst aufgebrochen werden muss, um z.B. das Schiefergas freizusetzen und gewinnen zu können.

Der Widerstand gegen das Fracking richtet sich insbesondere gegen die Frackingchemikalien. Bei dieser Gewinnungsmethode handelt es sich nämlich nicht um ein rein mechanisches Verfahren. Vielmehr muss die Frackingflüssigkeit mit Chemikalien versetzt werden, damit die mit hohem Druck erzeugten Risse im Gebirgskörper für die Gewinnungszeit frei bleiben. Es wird befürchtet, dass diese Chemikalien durch Klüfte oder andere Störlinien im Gebirge bis ins Grundwasser gelangen und unser Trinkwasser verseuchen könnten. Auch wird befürchtet, dass unkontrolliert aufsteigendes Gas ins Grundwasser und damit ins Trinkwasser gelangt („brennender Wasserstrahl“).

In der Fachwelt werden derartige Szenarien als eher unwahrscheinlich eingeordnet. Die Gefahren von Lecks und der unkontrollierte Verlust von Abwasser insbesondere im Bereich der Bohreinrichtungen an der Erdoberfläche werden dort als deutlich größeres Problem gesehen. Bei Leckagen im Bereich der Bohrungen können bis zu deren Erkennung mehrere Minuten vergehen, in denen dann Frackingflüssigkeit in Grundwasserleiter entweichen kann. Mit der Frackingflüssigkeit können nämlich u. a. giftige Schwermetalle sowie radioaktive Stoffe an die Erdoberfläche gefördert werden. Die Ableitung von Abwasser bedarf deshalb einer umfangreichen Abwasserreinigung, die dann zusätzliche Risiken birgt.

Die derzeitige Ruhe in der Diskussion um die Genehmigung von Fracking hängt sicherlich auch damit zusammen, dass der Erdölpreis seit langer Zeit auf niedrigem Niveau verharrt. Durch den Ausbau der Gewinnung von Sonnen- und Windenergie wird der Betrieb herkömmlicher Kraftwerke zunehmend entbehrlich. Somit scheint die Energiegewinnung durch Fracking zumindest in Deutschlang für lange Zeit überflüssig zu sein. Andererseits zeigen gerade die Erfahrungen der letzten Jahre die Schnelligkeit oft weltweit wirkender Veränderungen. Es stellt sich von daher schon die Frage, ob nicht einige Pilotprojekte mit höchsten Sicherheitsstandards und mit vorlaufendem sowie begleitendem Monitoring uns genaue Kenntnisse über Gefahren und Risiken, aber auch über Chancen liefern können. Der Bundesrat ist offensichtlich gegen jegliche Art von Fracking. Die Bundesregierung scheint dagegen Fracking unter hohen Auflagen und in den Gesteinsschichten unterhalb von 3.000 m ermöglichen zu wollen. Die Diskussion darüber bleibt sicherlich spannend.

Dipl.-Ing. Johannes Schürken

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